1993

«Schlitzoore»

Der junge, gut betuchte Adelsspross David hat es sich bequem eingerichtet. Er fröhnt dem Müßiggang, Organisatorisches halten Mutter und Verlobte von ihm fern. Und wozu hat man noch einen Butler. Alles geht seinen ordentlichen Gang – bis eines Tages die freche Diebin Penelope bei ihm einsteigt und seine Welt gehörig ins Gegenteil verkehrt. Denn sie zeigt nicht mal einen Hauch von schlechtem Gewissen. Nein – sie bringt den verdutzten David sogar dazu, die Beute aus ihren Einbrüchen in der Nachbarschaft für sie aufzubewahren. Und nicht nur das: Die Diebin erklärt dem Adelsspross David auch noch ethische Grundsätze! Für David ist nichts mehr, wie es war: Bald hat er die Polizei am Hals, und auch eine Begegnung mit Penelopes Vater, einem sehr auf Etikette bedachten Edelganoven, bleibt ihm nicht erspart. Nun ist beherztes Handeln gefragt – aber darin ist David ja nun bekanntlich kein Experte …


In seiner Krimikomödie „Brave Diebe“ (Schlitzoore) stellt Jack Popplewell unser übliches Weltbild genussvoll auf den Kopf und schickt so seinen Helden von einer herrlich skurrilen Situation in die andere. Mit Hilfe seines stoischen Butlers, eines Damenhandschuhs und von Wagners „Meistersingern“ kommt David schließlich auf den „rechten Weg“ – beste Unterhaltung fürs Publikum inbegriffen.


Oder wie ein Kritiker einmal schrieb: „Bei dem Stück sind wir Theaterkritiker eine geschlagene Armee. Der anglikanische Humor von Jack Popplewell ist nicht zu toppen“. Absolut Pointenreich, irrwitzig und satirisch.

1993

Autor

Jack Popplewell

 

Geboren wurde er 1911 in Leeds, England, wo er auch seine Jugend verlebte. Erstmals im Jahre 1940 trat er als Schriftsteller in Erscheinung; nach er bekannten Facheitschrift „The Stage“ gilt er als Beispiel dafür, daß ein Bühnenautor auch ohne einflußreiche Freunde und abseits von Parties und Cliquenwirtschaft, einzig durch seine Leistung und Ausdauer, Karriere machen kann. Eine Reihe von Romanen und Novellen entstanden, bis Jack Popplewell, ebenfalls im Jahre 1940, auch als Komponist und Texter bekannt wurde, sein „If I should fall in Love again“ entwickelte sich nicht nur in England zu einem Schlager, sondern auch in den USA, wo sich diese Nummer zu einem Evergreen mauserte. Eine Reihe weiterer Kompositionen folgten, hauptsächlich für das Londoner „Palladium“ und das „Hippodrome“, auch eine Reihe von Filmmusiken hat Jack Popplewell geschaffen. Erst spät, im Jahre 1953, wandte sich Jack Popplewell der Dramatik zu, sein Erstling, das Kriminalstück „Blind Alley“ kam heraus und fand guten Widerhall. Kurze Zeit später wurde es verfilmt. Ermutigt durch diesen Erfolg, arbeitete Popplewell weiter und es entstand die Komödie „Dear Delinquent“, die im Londoner Aldwych-Theatre zu einem Serienerfolg wurde und den Autor weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt machte. Die deutschsprachige Premiere der Komödie kam als „Brave Diebe“ in Wien heraus, innerhalb kurzer Zeit hatte sich das Werk auch die Gunst der deutschen Theaterbesucher erobert, zählte bald zu den meistgespielten Stücken. m Laufe der folgenden Jahre erschienen einen Vielzahl weiterer ‚Popplewells‘, die auch auf deutschen Bühnen reüssierten. Den größten Erfolg aber hatte (und hat nach wie vor !) die Kriminalkomödie „Busybody“, die als „Keine Leiche ohne Lily“ von Grethe Weiser in Berlin kreiert wurde. Ein Rezensent schrieb einmal: „Lilys Leichen sind die besten.“ Jack Popplewell starb im November 1996.