«Eine etwas sonderbare Dame»

von John Patrick

Deutsche Übersetzung von Joseph Glücksmann
Schweizerdeutsche Fassung von Ursula Kasper
Bearbeitung und Regie Otti Marty

Premiere | 25. September 2020

Das Stück

Die Millionärswitwe Mrs. Burton schient zu einer etwas immer sonderbareren Dame zu werden. Sie trägt stets einen abgewetzten Plüschteddy im Arm, den sie hütet wie ihren eigenen Augapfel. Doch mit dem Familienerbe geht sie leider um einiges lockerer um. Sie investiert in Theaterproduktionen, um sich selbst den Traum der Schauspielerei zu ermöglichen und hat eine gemeinnützige Stiftung gegründet, die grosszügig karitative Luftschlösser unterstützt. Das finden zumindest ihre Stiefkinder Skandalnudel Lilly Belle, der Richter Samuel und der angesehene Politiker Titus, alles andere als begrüssenswert, da sie um ihr Familienvermögen bangen, das in den Händen der Witwe kontinuierlich zu schwinden droht. Also beschliessen die raffgierigen Zweiterben, ihre Stiefmutter in ein Sanatorium einzuweisen, um sie zur Vernunft und sich selbst zum Geld zu bringen…

Der Autor

John Patrick (17.05.1905 – 07.11.1995)

 

Geboren in Lousville Kentucky, als Sohn irischer Einwanderer. Nach einer unglücklichen Kindheit, die er in Internaten verbringt, studiert er in Harvard und Columbia Sprachen und amerikanische Literatur.

 

Patrick schreibt mehr als tausend Skripts für das Radio, seine Fähigkeiten gute Texte zu verfassen, animieren ihn ein Theaterstück zu schreiben. 1935 kommt „Hell Freezes Over“ („Die Hölle friert ein“) am Broadway zur Aufführung. Dem Stück ist kein Erfolg beschert. Es öffnet ihm aber den Weg nach Hollywood. Er widmet sich nun dem Schreiben von Drehbüchern, meist in Zusammenarbeit mit anderen.

 

1943 kommt sein zweites Stück zur Uraufführung. Kein geringerer als der spätere Hollywoodstar Gergory Peck spielt in „The Willow And I“ („Der Weidenbaum“). Im selben Jahr meldet sich Patrick freiwillig zum American Field Service, der die britische Armee medizinisch unterstützt. Er dient in Montgomerys 8. Armee in Nordafrika, Indien und Burma. 

Da entwickelte er ein Stück, welches er auf dem Schiff zurück in die USA vollendet. „The Hasty Heart“ („Gezählte Stunden“) wird später ein grosser kommerzieller Erfolg und 1949 mit Roland Reagen, dem späteren Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, verfilmt.

 

Am 24. Oktober 1951 wird sein Stück „The Curious Savage“ („Eine etwas sonderbare Dame“) in New York erstmals aufgeführt. John Patrick hat sich mittlerweilen in Hollywood als sehr erfolgreicher Drehbuchautor etabliert. Den Höhepunkt seines Ruhms erklimmt er mit dem 1956 verfassten Stück „The Teahouse of the August Moon“ („Das kleine Teehaus“). Er erhält dafür den Pulitzer Preis und den Tony Award. Seine Spätwerke umfassten einige sehr erfolgreiche Theaterstücke, hiervon sticht  sicher „Everybody Loves Opal“ („Jeder liebt Opal“) heraus, welches am 11. Oktober 1961 zur Uraufführung kam

 

John Patrick scheidet am 7. November 1995 im Alter von 90 Jahren freiwillig aus dem Leben. 

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